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Leuchttürme Signale der Hoffnung

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Leuchttürme: Signale der Hoffnung

Leuchttürme haben in der australischen Geschichte eine ganz besondere Rolle gespielt. Oft waren sie die ersten Gebäude, die nach der monatelangen Seereise die europäischen Siedler begrüßten. Für die einen signalisierte ihr Licht eine neue Heimat, für die anderen die Rückkehr nach Hause.

Ein Ring gefährlicher Riffs umgibt den fünften Kontinent. 1770 schlug ein berühmtestes Schiff am Great Barrier Riff Leck – die „Endeavour“ von Kapitän James Cook. Insgesamt verunglückten seit 1788 mehr als 40.000 Schiffe in den Fluten. Viele von ihnen sind heute beliebte Ziele von Wracktauchern.

Als während des Goldrausches um 1850 besonders viele Segelschiffe nach Australien unterwegs waren und unzählige von ihnen an den Riffs zerschellten, beschloss eine interkoloniale Konferenz 1856, den „sea highway“ um Australien zu sichern.

Leuchttürme: Signale der Hoffnung

Der Leuchtturm von Cooktown auf dem Grassy HiIll. Foto: Hilke Maunder

1901 wurde die maritime Sicherheit von den einzelnen Kolonien auf den Commonwealth of Australia übertragen und der Commonwealth Lighthouse Service gegründet. Die Leuchttürme waren damals so wichtig, dass sie sogar in die neue Verfassung aufgenommen wurden.

Ältester der australischen Leuchttürme ist das Macquarie Lighthouse auf dem South Head bei Sydney. Bereits 1791 wurden dort erste Leuchtfeuer aus Holz, später aus Kohle entzündet, um den Schiffen nachts den Eingang zu Sydneys Hafen zu weisen. 1816-1818 wurde ein Leuchtturm nach Plänen von Francis Greenway und Kapitän John Gill aus Sandstein, der vor Ort gebrochen wurde, erbaut.

Schon bald erodierten Regen und die stets salzig-feuchte Luft den weichen Stein. 60 Jahre nach Errichtung musste der Bau mit Eisenbändern zusammen gehalten werden. Nur vier Meter vom ersten Bau errichtete James Barnet 1883 einen zweiten Leuchtturm, der sich heute als einziger am South Head erhebt.

Erster Leuchtturmwärter von Macquarie Lighthouse wurde Robert Watson, der als Quartermaster auf der HMS Sirius mit der ersten Flotte in die Kolonie gekommen war. Zu seinen Aufgaben gehörte die ständige Reinigung der Linse und das Ölen der Kabel und Gewichte, die dafür sorgten, das sich das Licht drehte.

Watson musste einen täglichen Seewetterbericht schreiben, den hellen Anstrich erneuern, den Rasen ringsum mähen, Feuerholz holen, Vorräte aufstocken – und mit der Einsamkeit an diesem damals sehr isolierten Punkt fertig werden.

Leuchttürme: Signale der Hoffnung

Der Leuchtturm von Byron Bay auf dem östlichen Kap Australiens. Foto: Hilke Maunder

Bewohnte Leuchttürme wurde „Lighthomes“ genannt. Lebte der Leuchtturmwärter jedoch nicht im Turm, sondern in einem Häuschen nebenan, war es eine Light(house) Station. Hatte er Familie, wurden weiß gestrichene Cottages auf dem Gelände errichtet.

Rund 20 dieser Lighthouse Stations sind heute beliebte Schlafgelegenheiten für Selbstversorger oder romantische B & B-Unterkünfte – die meisten von ihnen befinden sich in Victoria und South Australia.

Die Lighthouse Stations waren ein Dorf im Kleinen. Die Familie baute Obst und Gemüse an, hielt Gänse, Ziegen und Kühe, fing Hummer, Krebse und Fische und versorgte sich, so gut es ging, selbst – denn häufig vergingen mehrere Monate zwischen den Versorgungslieferungen.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten bemannten Leuchttürme erst teil, dann voll automatisiert. Im August 1996 ging der letzte Leuchtturmwärter des Landes in den Ruhestand: Chris Richter vom Maatsuyker Lighthouse auf der kleinen gleichnamigen Insel vor der Küste Tasmaniens.

Leuchttürme: Signale der Hoffnung

Das Cape Otway Lighthouse sichert die Bass Strait. Foto: Hilke Maunder

Heute sind die historischen Leuchttürme beliebte touristische Attraktionen. 65 Leuchttürme sind im Register of the National Estate aufgeführt, viele davon mittlerweile restauriert. Wie einst das Leben auf einer Lighthouse Station verlief, lässt sich besonders schön an der Cape Otway Lightstation in Victoria erleben.

Seit 1848 schickt der drittälteste Leuchtturm des Kontinents sein Lichtsignal über die stürmische Bass Strait. Von der Leuchtturmkanzel öffnet sich ein fantastischer Blick auf die steilen Klippen der Küste in zu den weißen Hütten der Station, die sich im Schatten der Cape Otway Ranges mit uraltem Regenwald, moosbewachsenen Eukalyptusriesen und meterhohen Baumfarnen ducken, und verliert sich im Dunst der Shipwreck Coast.

Mehr als 200 Schiffe liefen an ihren Riffs auf Grund. Tragische Berühmtheit erlangte der Untergang der Loch Ard. Am Morgen des 1. Juni 1878 zerschellte der Dreimaster im dichten Nebel an der 100 Meter hohen Wand von Mutton Bird Island.

Nur zwei der 54 Passagiere überlebten: Tom Pearce (18) schwamm mit Eva Carmichael (17), die sich im Nachthemd an einen Schiffsbalken geklammert hatte, in die kleine Bucht, die heute den Namen des Unglücksseglers trägt, an Land, kletterte mit letzter Kraft die steilen Klippen hinauf und folgte Pferdespuren, die ihn zur Schaffarm Glenample Homestead brachten.

Pearce heroische Tat machte die beiden in den Medien zum Liebespaar des Jahrhunderts – doch die Wirklichkeit sah anders aus: Schon bald trennen sich der beiden einzigen Überlebenden.

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